Mittwoch, 25. Februar 2015

Pegida offiziell beendet - "Der Rest sind reine Nazi-Aufmärsche"

Bachmann auf der Dresdener
Pressekonferenz am 25.02.2015
Dresden (and) - Pegida zieht nun endgültig die Konsequenzen aus unzähligen Skandalen und internen Streitereien: Am Mittwochmittag verkündete der erneute Pressesprecher Lutz Bachmann auf der Pressekonferenz in Dresden die Auflösung von Pegida e.V. Weitere so genannte "Spaziergänge" werden ebenfalls nicht stattfinden. Dies sei bei einem Treffen mit allen deutschlandweiten Ablegern der "Gida-Demonstrationen" am Dienstag beschlossen worden. Trotzdem möchte das Organisations-Team um Bachmann weiterhin mit den Spaziergängern in Kontakt bleiben. Eine separate Stellungnahme dazu möchte Pegida den ehemaligen Mitdemonstranten innerhalb der nächsten Tage zukommen lassen. "Eine detaillierte Beschreibung der Umstände sind wir den Spaziergängern schuldig", so Bachmann.

Stark resignierende Teilnehmerzahlen

Quelle: Wikipedia
Wie MorgenSchau aus exklusiven Kreisen erfuhr sei ebenfalls die stark resignierende Teilnehmerzahl ein Grund für die Auflösung von Pegida. Nach dem Höhepunkt von 25.000 Teilnehmern am 5. Januar resignierte die Zahl mit großen Schritten. Nach nicht einmal zwei Monaten marschierten lediglich noch ein fünftel der Teilnehmer in Dresden.

Politikwissenschaftlerin Gabriele Hirschausen nennt dieses Phänomen "Demonstrationsverdrossenheit der Politikverdrossenen". Weiterhin erklärt Frau Hirschhausen: "Die Demonstranten haben scheinbar nach vier Monaten bemerkt, dass abhitlern und spazieren gehen keine Lösungen für ihre Probleme sind. Allerdings hat sich hier nun eindeutig die Spreu vom Weizen getrennt. Manche Menschen bemerken die Sinnlosigkeit ihres Verhaltens nach vier Monaten, manche werden es nie lernen. Der Rest sind reine Nazi-Aufmäsche."

Lange verleugnet: Ein Nazi-Problem

Facebook-Screenshot
Gegen den Kagida-Organisator Michael Viehmann ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Hintergrund sind Äußerungen wie sie auf diesem Facebook-Screenshot zu sehen sind. Solche Sachverhalte wurden von Pegida lange geleugnet.

Update 16:12 Uhr: Wie in der Pressekonferenz angekündigt richtete Pegida nun eine Facebook-Seite ein, um weiterhin mit den besorgten Bürgern in Kontakt bleiben zu können.

Update 19:01 Uhr: Pegida teilte vor wenigen Minuten auf der offiziellen Facebook-Seite mit, dass die versprochene Stellungnahme leider noch nicht fertig sei und vertröstet die wartenden und teils verärgerten Demonstranten.

Kostenloses Test-Abo: Jetzt MorgenSchau kostenlos abonnieren!