Mittwoch, 1. April 2015

Bild entschuldigt sich für Umgang mit Germanwings-Unglück

Berlin (and) - Statt einer sensationellen Schlagzeile befindet sich auf der heutigen Print- und Onlineversion der Bild ein großes "Entschuldigung" mit dem Untertitel "Wir entschuldigen uns für den Umgang mit Germanwings-Flug U49525". Damit reagiert die Bild auf einen großflächigen Boykott der Leser.

Wie auch in der Printausgabe entschuldigt sich die Bild heute ebenfalls in der Online-Version.

Es begann mit einem Shitstorm
Umgehend nach dem Unglück des Germangwings-Fluges U49525 veröffentlichte die BILD umfangreiche Informationen und Spekulationen über das Leben des Co-Piloten. Der unsensible Umgang sorgte in sozialen Medien für große Empörung und löste nach einem so genannten Shitstorm auf der Facebook-Seite einen großflächigen Boykott der Zeitung aus. Nach stark resignierenden Verkaufszahlen zieht der Verlag nun Konsequenzen und entschuldigt sich öffentlich bei seinen Lesern und den Angehörigen des Unglücks.

Großen Zuspruch für den Boykott bekam diese Tankstelle.
"Das wird nie wieder vorkommen"
In der heutigen Ausgabe befindet sich eine Stellungnahme des Chefredakteurs Peter Müller, in der es heißt: "Die breite Kritik aus der gesamten Bevölkerung haben wir selbstverständlich sehr ernst genommen. Wir haben anscheinend Bilder gezeigt, die niemand sehen wollte und voreilig Informationen verbreitet, die niemand wissen wollte. Wir werden uns in der Zukunft klar von solchen Sensationsmeldungen, Spekulationen und intimen Informationen distanzieren und unser gesamtes Konzept überarbeiten. Solch ein Umgang mit einem Unglück wird nie wieder vorkommen, schließlich sind uns die Angehörigen wichtiger als die Verkaufszahlen und der damit verbundene Gewinn."

Positives Feedback in sozialen Medien
In den sozialen Netzwerken reagierten die User durchaus positiv auf die Entschuldigung und die Entscheidung das Konzept zu überdenken. Lediglich auf der Facebook-Seite von Pegida drohten User zu seriöseren Medien wie RT Deutsch oder PI-News zu wechseln, falls die Bild tatsächlich ihr Konzept überarbeite.