Dienstag, 23. Juni 2015

Skandal nach Kunst-Aktion: Bundesregierung lässt Reichstagswiese für 12,99 Euro erneuern

Berlin (MS) - Im Rahmen der Kunst-Aktion "Die Toten kommen" des "Zentrums für politische Schönheit" wurde der Rasen vor dem Reichstag in Mitleidenschaft gezogen, laut besorgten Politikern bewusst. Es entstand laut Stadtrat Carsten Spallek (43, CDU) auf 100 m² ein Sachschaden in Höhe von 12,99 Euro [1]. Aber Frau Merkel wäre nicht Frau Merkel, wenn sie solche eine Herausforderung nicht meistern könnte.

Für den Schaden in Höhe von 12,99 Euro
muss nun der Steuerzahler aufkommen.
Nun fordern besorgte Bürger und Politiker die Kunstgruppe auf den Rasen, der frisch und liebevoll erneuert wurde, wieder durch die Aktivisten selbst in seine Ursprungsform zu bringen: Schließlich seien besorgte Politiker und Bürger nicht für den Schaden von Christen und deren Nächstenliebe verantwortlich. Wer kommt nun für den Schaden in Höhe von 12,99 Euro auf? Spallek schiebt die Schuld auf die Menschenrechtler, die Menschenrechtler schieben die Schuld auf Menschenfeinde wie Spallek. Die Fronten verhärten sich. Manche nennen es "eine Schweinerei auf die Tötung von Menschen an der EU-Außengrenze aufmerksam zu machen", manche nennen es wiederum "Humanitär", manch andere nennen es "Kunst".

Weit über 5.000 Erdenbürger zogen mit dem "Marsch der Entschlossenen" am vergangenen Sonntag durch Berlin und stürmten nach Abschluss der Demonstration unerwartet die Wiese vor dem Reichstag, um spontan über 100 Mahnmale für die ca. 23.000 Mauertoten innerhalb der letzten 15 Jahre zu errichten. Nahezu zeitgleich entstanden Europaweit tausende Mahn- und Grabmale. Bundeskanzlerin Merkel nennt diese Vorgehen "eine Frechheit". "Schließlich sind zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 immerhin bis zu 245 Mauertote an der innerdeutschen Grenze gefallen, das steht in keinem Verhältnis", so die Bundeskanzlerin [2].

Auch Thomas d. M. (der "christliche Aktivist" möchte anonym bleiben) erklärt: "Solange ich morgens meinen frischen und günstigen afrikanischen Kaffee trinken kann interessiert mich dieses Thema nicht die Bohne, denn so schlecht kann es unserer Welt anscheinend nicht gehen, das müssen alles solche Wirtschaftsflüchtlinge sein."

Besorgte Bürger starteten nahezu zeitgleich ein Crowdfunding-Projekt, um den entstandenen Sachschaden der unegoistischen Kunstgruppe zu beheben. So teilt Lutz B. (möchte ebenfalls anonym bleiben) mit: "Es heißt in der Bibel schließlich -Liebe deinen Rasen wie dich selbst-. Wer soll die 12,99 Euro wieder bezahlen? Der Steuerzahler? Außerdem bin ich gegen die Rasenvermischung [3]" Innerhalb von 13 Stunden fanden sich 7 Patridioten zusammen, die bereit waren 5,38 Euro aus eigener Motivation "zum Erhalt des Abendlandedes" zu spenden." Nahezu die Hälfte des Geldwertes scheint zu diesem Zeitpunkt finanziert zu sein.

+++ Update 22:48 +++ Inzwischen kündigte die Bundesregierung in einer extra einberufenen Pressekonferenz an den besorgten Bürgern entgegen zu kommen und den Schaden in Höhe von 12.99 Euro zu übernehmen. "Wir haben uns einstimmig entschlossen den Schaden, der durch die dreisten Menschenrechtler entstanden ist, in voller Höhe zu übernehmen. Schließlich steht das C in CDU für Wiesenliebe", so ein Aktivist einer christdemokratischen Untergrundorganisation aus Berlin, die angeblich in der Nähe der Straße "Unter den Linden" ihren Haupsitz haben solle.

Quellen:

[1] http://www.bz-berlin.de/berlin/wer-saniert-nun-die-zerloecherte-reichstagswiese
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_an_der_Berliner_Mauer
[3] http://2.bp.blogspot.com/-zwe4LkILoQs/VYnaYUEE2II/AAAAAAAAAok/yuoynV56QE0/s1600/Rasenvermischung.jpg