Dienstag, 27. Oktober 2015

Weil er stolz auf sein Land ist: Erster Patriot bietet Flüchtlingen Deutschkurse an

Dresden (MS) - Als wahren Patrioten ist es für Martin H. inzwischen eine Selbstverständlichkeit neuen Bürgern in Deutschland das elementarste Stück deutscher Kultur nahe zu bringen: Die deutsche Sprache.

Noch vor wenigen Wochen spazierte der 36-jährige als Mitläufer bei Pegida. Doch durch ein bisher unbekanntes Maß an Selbstreflexion geht der ehemals besorgte Bürger nun neue patriotische Wege und bietet Geflüchteten in der örtlichen Asylunterkunft nun kostenlose Deutschkurse an. Der junge Schüler aus Afghanistan erklärt, dass er Spaß habe sich an Deutschland anzupassen, lediglich der viele Alkohol stoße ihm hierzulande oft negativ auf. Da könne er bisher noch nicht ganz mithalten.


Weil Martin damals in der Schule sehr gut aufgepasste hat er inzwischen einen sehr gut bezahlten Job und kann seine wenige Kostbare Zeit nun ganz dem Patriotismus zuwenden. Der gelernte Facility Manager geht nun täglich in eine Asylunterkunft und erklärt anderssprachlich denkenden deren neue Heimat. "Spazieren zu gehen und wenigsilbige Hassparolen zu rufen war ganz einfach, aber die Eier in der Hose zu haben einfach mal seine neuen Nachbarn auf ein Bier einzuladen, das war eine echte Überwindung", so der Patriot.

Martin legte sich inzwischen für seine patriotische Aufgabe sogar einen eigenen Duden zu, denn bei der Grammatik hakte es auch bei ihm in der Vergangenheit etwas öfter. Doch der stolze Deutsche gibt sich optimistisch: "Heute stehe ich wieder voll und ganz hinter der Kanzlerin, wir schaffen das! Gleich aufgeben, das kenn ich noch aus der Schule, von meinen Lehrern."